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Bauchaortenaneurysma - Ursachen und Möglichkeiten der Behandlung

von Dr. med. Ralf Gerhard Ritter (Kommentare: 0)

Schon Albert Einstein, Charles de Gaulle und Thomas Mann starben an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma. Auch wenn die medizinischen Möglichkeiten sich heutzutage stetig verbessern, wird ein BAA häufig zu spät oder nur durch Zufall entdeckt. Durch ein einfaches schmerzloses Ultraschall-Screening (Vorsorgeuntersuchung) kann es erkannt und somit vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Was ist ein Bauchaortenaneurysma?
Ein Aneurysma ist die krankhafte Erweiterung eines Gefäßes auf über 50% seines normalen Durchmessers. Es kann in jeder Körperregion auftreten, am häufigsten ist jedoch die Bauchschlagader (Aorta) betroffen. Im normalen Zustand beträgt der Durchmesser der Aorta bis zu 2 cm. Ab einem Durchmesser von 5 cm steigt die Gefahr des Platzens durch einen Gefäßwandeinriss erheblich an. In diesem Falle ist eineOperation notwendig. Die größte Gefahr besteht darin, dass das Aneurysma plötzlich platzt und zu inneren Blutungen führt. Ein weiteres Risiko ist z.B. die Bildung von Blutgerinnseln im Aneurysma, die zu Gefäßverschlüssen in den Beinen führen können.

Was sind die Ursachen, wer ist gefährdet?
Besonders gefährdet sind aktive und auch frühere Raucher. Bluthochdruck und zu hohe Blutfettwerte, aber auch eine erbliche Belastung stellen Risikofaktoren dar. Männer haben ein fünfmal höheres Risiko als Frauen. Mit zunehmendem Alter tritt die Erkrankung häufiger auf. Etwa fünf von einhundert über 65-jährigen Männern leiden an einer krankhaften Erweiterung der Hauptschlagader, die überwacht werden sollte. Bei einem von zweihundert ist sogar eine umgehende Behandlung erforderlich.

Welche Beschwerden haben Betroffene?
Die Gefahr bei einem Bauchaortenaneurysma besteht vor allem darin, dass es keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden macht und deshalb häufig unbemerkt bleibt. Platzt ein Bauchaortenaneurysma jedoch, leiden die Betroffenen an unerträglichen Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, sowie an Übelkeit und Schweißausbruch als Zeichen des Blutungsschocks.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung des Aneurysmas kann durch eine offene Operation oder endovaskulär, also von innen erfolgen. Bei einer offenen Operation wird die Bauchschlagader abgeklemmt, das Aneurysma eröffnet und an der erweiterten Stelle eine Kunststoffprothese eingenäht. Somit wird die krankhafte Aussackung endgültig beseitigt. Allerdings hinterlässt diese Operation auch eine größere Narbe. Weniger belastend für die Patientin oder den Patienten ist die endovaskuläre Methode. Hierbei wird eine Gefäßprothese (Stentgraft) über zwei kleine Einschnitte in der Leiste mit Hilfe eines Führungsdrahtes zum Aneurysma vorgeschoben und unter Röntgenkontrolle freigesetzt. So wird die Aussackung von innen ausgeschaltet. Um dieses Verfahren anwenden und die Verankerung des Stents gewährleisten zu können, muss genügend gesunde Gefäßwand an den Verankerungsstellen vorhanden sein. Die Lage des Stentgrafts muss auch nach der Operation weiterhin regelmäßig zeitlebens kontrolliert werden, da er verrutschen und damit undicht werden könnte.

Was kann man tun, um einem BAA vorzubeugen?
Grundsätzlich gelten die gleichen Vorsorgemaßnahmen wie gegen Gefäßverkalkung: Kein Nikotinkonsum, gesunde Ernährung, Blutfettwerte und den Blutdruck optimal eingestellt halten. Eine bestehende Aneurysmaerkrankung kann nicht rückgängig gemacht werden.

Künftig wird es für Männer ab 65 Jahren, die die Hauptrisikogruppe darstellen, die Möglichkeit einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall geben. Für Frauen gilt das kostenlose Angebot aufgrund der geringen Fallzahlen nicht. Dennoch ist insbesondere älteren Frauen über 75 Jahre, die an Bluthochdruck leiden und auch geraucht haben, eine Vorsorgeuntersuchung zu empfehlen.

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