Darmbeschwerden – was tun?

von Prof. Dr. hc.Tash PMI Dr. med. habil. Mathias Löhnert (Kommentare: 0)

Jeder Mensch kennt es und doch wird oft nicht gerne darüber gesprochen – unangenehme Bauchschmerzen und Blähungen, die nicht selten zu Verstopfungen und Durchfall führen. Ungefähr 70% der Menschen in Deutschland leiden unter Darmbeschwerden. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Die Ursachen reichen von harmlosen „Wehwehchen“ bis hin zu ernsten Erkrankungen.

Ein gesunder Mensch pupst ungefähr 13 Mal am Tag. Die Ernährung beeinflusst Geruch und Menge. Wenn man viel Eiweiß zu sich nimmt, riecht die entwichene Luft deutlich intensiver. Dagegen begünstigen Lebensmittel wie beispielsweise Bohnen, Kohl oder Zwiebeln eine hohe Anzahl an „Darmwinden“. Obwohl es völlig natürlich ist, hat bestimmt jeder schon mal einen Pups unterdrückt. Ob in der Bahn, im Kino oder auf der Arbeit –  in der Öffentlichkeit sorgen Blähungen für Verlegenheit. Jedoch ist es nicht gesund, die Gase krampfhaft zurückzuhalten. Die Folgen sind oftmals Bauchschmerzen, Verstopfungen und Durchfall. Diesbezüglich sollte man sich nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen.

Die möglichen Gründe für Darmbeschwerden sind vielseitig. Unter anderem können sie aus einer Nahrungsmittelallergie hervorgehen. Wenn eine solche festgestellt wird, sollte man die entsprechenden Lebensmittel unbedingt meiden. Jedoch trifft diese Diagnose nur bei 2% der Menschen mit Darmbeschwerden zu. Eine weitere Ursache kann eine Histamin-Intoleranz sein. Der Naturstoff hilft dem menschlichen Immunsystem, körperfremde Stoffe abzuwehren. Ein großer Teil des Immunsystems des Menschen befindet sich im Darm. Daher sollte man besonders auf dessen Gesundheit achten. Für die Darmflora ist ein geregelter Bakterienhaushalt sehr wichtig, damit die Schleimhäute des Darms dicht genug sind, um den Kontakt mit Schadstoffen zu verhindern. Es gibt viele Untersuchungsmöglichkeiten, um Darmbeschwerden auf den Grund zu gehen. Eine Darmspiegelung, eine Ultraschalluntersuchung oder ein Blut- und Stuhltest bringen oft Klarheit. Dabei können unter anderem Schäden an der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder den Gallensteinen entdeckt werden. Stoffwechselerkrankungen, Keime, Schleimhautveränderungen und Tumore sind ebenfalls nicht auszuschließen.

Häufig sind Darmbeschwerden jedoch auf ganz simple Ursachen zurückzuführen. Schlechte Ernährung, Unverträglichkeit von Medikamenten oder Alltagsstress führen oft zu Bauchschmerzen. Viele Menschen haben außerdem einen sogenannten „Reizdarm“. Dieser ist mit keiner ernsthaften Erkrankung verbunden und hat keine organische Ursache, sorgt aber trotzdem für Schmerzen im Magen-Darm-Bereich.

Um dem Darm etwas Gutes zu tun und möglicherweise sogar Darmbeschwerden vorzubeugen, sollte man vor allem auf eine gesunde Ernährung achten. Ballaststoffreiche Kost mit Obst, Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten ist genau richtig für den Darm und hilft, Verstopfungen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Bei Darmbeschwerden sollte man auf Kaffee oder Cola verzichten und stattdessen vielleicht ab und zu mal einen Tee trinken. Besonders wichtig ist es jedoch, dem Körper, und somit dem Darm, hin und wieder Ruhe zu gönnen. Denn Darmbeschwerden werden durch Dauerstress begünstigt.

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