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Faszien - Unser Körperanzug aus Bindegewebe

von visite (Kommentare: 0)

Die Faszien durchziehen den gesamten Körper. Faszien sind Bindegewebe. Man kann sie sich vorstellen wie einen Maschenanzug, der den Körper zusammenhält. Sie umhüllen jedes Organ, jeden Muskel, jeden Nerv, sie sind das Stützgerüst des Körpers. Die Bedeutung der Faszien für einen gesunden Körper wurde lange Zeit von Medizinern unterschätzt. Das Bindegewebe hat viel mehr Aufgaben, als zunächst angenommen.

Faszien sind zwischen 0,3 und 3 Millimeter dick. Das Bindegewebe kann man mittlerweile, mit Hilfe des Ultraschalls, sehr genau darstellen. Das Fasziennetz
ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut, die aneinander entlanggleiten. Aber nur solange sie elastisch bleiben. Wenn sich die Faszien verhärten oder
verfilzen, können Schmerzen unter anderem im Nacken, in den Schultern oder im Rücken die Folge sein.

Wie lassen sich solche Verhärtungen verhindern? Vor allem mit Bewegung. So bleibt das Bindegewebe weich. Auf diese Weise produzieren dann spezialisierte
Zellen in den Faszien ein „Gleit-und Schmiermittel“, das den Feuchtigkeitsanteil im Bindegewebe erhöht. Dabei handelt es sich um Hyaluronsäure. Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie injizieren Hyaluronsäure ins Gesicht, damit die Leute jugendlicher wirken, Orthopäden spritzen es mit einigem Erfolg in Gelenke mit Arthrose. Weil die Natur aber nicht will, dass man immer wieder zu den eben erwähnten Fachärzten läuft, um diesen Stoff zu bekommen, produziert der Körper ihn selbst – wenn man bestimmte Bewegungen durchführt. Nicht nur das: Werden die Faszien richtig stimuliert, stellt der Körper neben Hyaluronsäure auch frisches Kollagen her, das uns gesünder und dynamischer aussehen lässt. So bringen Übungen, wie Hüpfen, Seilspringen
oder Dehnübungen wie Yoga die Faszien in Form. Auch gut für das Bindegewebe ist das Training mit sogenannten Faszien-Schaumstoffrollen, die es in unterschiedlichen Härtegraden gibt.

Bevor man anfängt, sollte man sich von einem Fitness- oder Personaltrainer die passenden Übungen zeigen lassen. So vermeidet man Fehler und man beugt Verletzungen und zu starken Belastungen vor. Extrem wichtig ist das richtige Maß an Bewegung zu finden. Bei mangelnder sportlicher Aktivität können sich die Faszien verhärten. So kann sich das Gewebe, bei Überforderung, auch verfilzen. Und dies kann schmerzhaft werden. Sind ältere Menschen vom Faszien-Training ausgeschlossen? Nein, im Gegenteil. Wenn man älter wird und sich nicht regelmäßig bewegt, bilden sich Kristalle im Bindegewebe – wie im Honig, den man längere Zeit stehen lässt. Das muss man verhindern, möchte man fit und gelenkig bleiben. Deshalb sollten und müssen ältere Menschen neben einem altersgerechten Bewegungs- auch ein ausgewogenes Faszien-Training absolvieren. So reichen zweimal zehn Minuten Training pro Woche aus. Das heißt: Auch bei jüngeren Personen sollte Faszien-Training stets eine Ergänzung zum Kraft- und Ausdauertraining sein.

Ferner wirkt sich Stress und ungesunde Ernährung schlecht auf die Faszien aus. Aus diesem Grund sollte man auf eine gesunde, abwechslungsreiche Kost mit viel frischem Obst und Gemüse, pflanzlichen Ölen, wenig Zucker, Fleisch und Wurst achten.

Tipps zum Faszientraining

  • Ein bis zwei Mal pro Woche 10 Min. trainieren - das sollte jeder in seinen Terminplan einbauen.
  • Wenige Übungen auswählen, die alle Prinzipien berücksichtigen.
  • Wiederholungen und wenige Minuten für jede Übung - kann auch super im Büro durchgeführt werden.
  • Übungen in den wöchentlichen Trainingsablauf integrieren - z.B. als kleine Erwärmung vor der Laufrunde.
  • Wahrnehmen, ob sich der Bewegungsablauf geschmeidig anfühlt.
  • Beim Üben nicht fernsehen oder sich ablenken lassen

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