Immer dabei: Die Reiseapotheke

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Immer dabei: Die Reiseapotheke

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht von gesundheitlichen Problemen überschattet wird, gehört die Reiseapotheke in jedes Urlaubsgepäck!

Wie diese gefüllt sein sollte hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und der Reiseart ab.

Generell ist zu beachten:

  • Die Reiseapotheke sollte am besten schon vor der Reise zusammengestellt werden. In einigen Ländern sind Arzneimittel zwar günstiger als in Deutschland, aber die Qualitätsanforderungen im Ausland sind nicht so hoch. Vor allem außerhalb Europas sind Medikamentenfälschungen im Umlauf, mit denen Sie im schlimmsten Fall ihre Gesundheit gefährden.
  • Wählen Sie Arzneimittel aus, die sich bei Ihnen bewährt haben und die sie gut vertragen. Wer chronisch krank ist und Medikamente dauerhaft einnehmen muss, sollte an den Bestand der für die Urlaubszeit benötigten Medikamente denken.
  • Werfen Sie einen Blick auf das Verfalldatum des Arzneimittels. Vorsicht: Das Datum gilt bei Flüssigkeiten und Salben nur für ungeöffnete Packungen.
  • Bei Reisen in heiße Regionen sind manche Darreichungsformen wie Kapseln oder Zäpfchen nicht geeignet, da die hohe Hitze oder Luftfeuchtigkeit die Wirksamkeit der Medikamente beeinflussen kann.
  • Beim Autofahren gehören Medikamente grundsätzlich in die Kühltasche. Im Hotelzimmer ist der Kühlschrank der ideale Aufbewahrungsort.
  • Erkundigen Sie sich bei Fernreisen, wie groß die Zeitverschiebung ist. Die Wirkung einiger Medikamente wird beeinträchtigt, wenn der Einnahmerhythmus nicht eingehalten wird.
  • Medizinische Dokumente wie Impfpass, Diabetikerausweis, Allergiepass oder Notfallpass für Patienten unter Hemmung der Blutgerinnung sollten bereit liegen.
  • Kontrollieren Sie mindestens 4 Wochen vor Reiseantritt den Impfstatus und erkundigen Sie sich bezüglich spezieller Reiseimpfungen.

 

Die Grundausstattung:

HABEN SIE EINE CHRONISCHE ERKRANKUNG?
Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vorliegen. Strandurlauber sollten bei der Einnahme von Antibiotika, Rheumamitteln oder Antidepressiva besonders vorsichtig sein. Diese können im Zusammenspiel mit viel Sonnenlicht gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen. Das gleiche gilt auch bei der Einnahme der "rein pflanzlichen Droge" Johanniskraut: Wer solche Medikamente einnimmt, sollte die Sonne weitgehend meiden. Sonnenschutzmittel sind in ihrer Wirkung zu schwach, um lichtbedingte Reaktionen zu verhindern. Neigen Sie zu bestimmten Beschwerden? Bestücken Sie Ihre Reiseapotheke mit Medikamenten gegen Allergien, Sodbrennen, Pilzinfektionen (Scheidenpilz, Fußpilz) oder Lippenherpes. Am besten nehmen Sie Präparate, die Ihnen schon früher geholfen haben.

WUNDDESINFEKTION:
Ein Desinfektionsmittel darf in keiner Reiseapotheke fehlen.

VERBANDMATERIAL:
Zur Versorgung von Wunden sind Pflaster, sterile Wundkompressen, Mullbinden, elastische Binden, Klebeband, Schere, Splitterpinzette und Dreieckstuch wichtig.

FIEBERTHERMOMETER:
Gerade in Ländern mit Malaria-Gefahr ist es notwendig, die Körpertemperatur genau zu messen. Achtung: Thermometer aus Glas sind ungeeignet, da sie leicht zerbrechen.

SCHMERZ- UND FIEBERMITTEL:
Medikamente gegen Fieber und leichte bis mittlere Schmerzen sind wichtig zur Behandlung von Kopfschmerzen, Fieber, Zahnschmerzen und Gliederschmerzen, etwa bei Erkältungen. Vorsicht: in Regionen, in denen zu Blutungen führendes hämorrhagisches Fieber, wie Denguefieber oder Gelbfieber auftreten, sind blutverdünnenende Stoffe wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac ungeeignet. Am besten eignet sich hier Paracetamol. Kautabletten können auch ohne Wasser eingenommen werden.

 

Die Zusatzausstattung:

MEDIKAMENTE GEGEN ÜBELKEIT:
Werden Sie von Reiseübelkeit geplagt, nehmen Sie vor Reiseantritt ein entsprechendes Medikament ein. Bei plötzlicher Übelkeit helfen schnell wirksame Kaugummipräparate. Doch Vorsicht: viele dieser Wirkstoffe machen müde. Eine Ausnahme ist das verschreibungspflichtige Scopolamin, das als Pflaster auf die Haut geklebt wird. Auch gegen Seekrankheit bietet Scopolamin guten Schutz. Gegen andere Ursachen von Übelkeit wirkt das ebenfalls verschreibungspflichtige Metoclopramid.

MEDIKAMENTE GEGEN DURCHFALL:
Am besten beugt man dem Durchfall mit Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene vor. Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durchfall, besonders für Kinder und Schwangere. Wasser und Salze müssen dann schnell mit einem Elektrolytpulver ersetzt werden. Das alte Rezept "Cola und Salzstangen" ist ungeeignet und kann den Durchfall sogar verschlimmern. Im Notfall daher besser: pro halbem Liter abgekochten (!) Wassers einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker auflösen, mit Orangensaft abschmecken und davon 3 Liter am Tag trinken. Loperamid stoppt den Durchfall sofort. Es ist jedoch nur sinnvoll, um den gefährlichen Wasserverlust zu bremsen und wird kurzfristig eingesetzt, wenn man z.B. eine Busfahrt überstehen muss. Als Alternative auch für Kinder geeignet sind Präparate zum Aufbau der Darmflora. Kohletabletten haben ihre Bedeutung bei der Durchfallbehandlung verloren.

MEDIKAMENTE GEGEN VERSTOPFUNG:
Genügend Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreiche Nahrung, beispielsweise eine große Portion Obst mit getrockneten Pflaumen, Feigen, Melonen oder reifer Papaya schmeckt und wirkt. Helfen diese Maßnahmen nicht, kann für kurze Zeit ein mildes Abführmittel genommen werden.

MEDIKAMENTE GEGEN SCHNUPFEN:
Durch die Klimaanlagen in Hotel und Bus holt man sich leicht eine Erkältung. Wenn Sie Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung haben, können Sie dadurch auf dem Flug eventuell keinen Druckausgleich mehr machen. Abschwellende Nasensprays sind dann wichtig um Ohrenschmerzen oder gar Innenohrschäden zu verhindern.

MEDIKAMENTE GEGEN AUGENBESCHWERDEN:
Staub, Wind oder Licht verursachen auf Reisen häufig Bindehautentzündungen. Eine Sonnenbrille ist daher ein Muss. Lindernd wirken abschwellende Augentropfen. Auch so genannte künstliche Tränen helfen bei leichter Reizung und Augentrockenheit. Ist die Augenreizung allergisch bedingt, helfen antiallergische Augentropfen.

INSEKTEN ABWEISENDE MITTEL (REPELLENTIEN):
In Gebieten, in denen z.B. Malaria, Gelbfieber, Denguefieber oder die japanische Enzephalitis verbreitet sind, ist ein guter Schutz vor Mückenstichen wichtig. Zu empfehlen sind Präparate mit dem Wirkstoff Diethyltoluolamid (DEET) , bspw. Azaron® / Autan® . Mittel auf der Basis ätherischer Öle wie Teebaumöl, Kokosöl oder Zitronenöl haben dagegen eine schwächere Wirkung und sind in Risikogebieten nicht zu empfehlen.

MALARIATABLETTEN:
In den meisten Malariagebieten reicht es aus, ein Notfallmedikament dabeizuhaben.

SONNENSCHUTZMITTEL:
In fast alle Reisegebiete sollte man ein gutes Sonnenschutzmittel mitnehmen. Damit vermeiden Sie nicht nur einen lästigen Sonnenbrand, Sie beugen auch möglichen Langzeitfolgen wie Hautkrebs vor. Die Stärke des Sonnenschutzmittels wählen Sie entsprechend Ihrem Reiseziel und Ihrem Hauttyp aus. Den Sonnenschutz können Sie durch ausreichende Versorgung mit Calcium und den Antioxidantien Vitamin C und E ergänzen. Bei leichten Verbrennungen hilft eine gute Après-Creme oder ein Antiallergikum, am besten ein kühlendes Gel. Bei starken Rötungen hilft kurzfristig eine dünne Cortison-Lotion oder Creme.

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