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Mit Implantaten Bandscheibenvorfälle verhindern

von ChristophPSchedeDrmedVietPhuongTran (Kommentare: 0)

Mit Implantaten Bandscheibenvorfälle verhindern

Mit einem neuen Implantat lässt sich das erneute Auftreten eines Bandscheibenvorfalls dauerhaft verhindern und Reoperationen vermeiden. Das Problem beschäftigt die Medizin schon seit langem. Ausgetretenes Bandscheibenmaterial, das im Spinalkanal auf eine Nervenwurzel drückt, sogenannte Bandscheibenvorfälle. Ein Loch im beschädigten Faserring (Anulus), der die Bandscheibe in Form hält. Dieses kann nun mittels eines kleinen Implantates sicher verschlossen werden. Das Wiederaustreten von Bandscheibenmaterial und der Höhenverlust der Bandscheibe kann somit wirksam verhindert werden.

Es bietet sich somit ein Ausweg aus einem bekannten Dilemma bei Bandscheibenoperationen. Lässt man bei großen Defekten den Kern der Bandscheibe weitestmöglich bestehen, steigt das Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalls (Rezidiv). Entfernt man hingegen den Kern, so steigt das Risiko eines chronischen Rückenschmerzes erheblich. Die Sicherheit und Wirksamkeit des Verfahrens wird in einer großen internationalen Studie mit 550 Patienten und 21 beteiligten Zentren untersucht. Kurz vor Abschluss der Studie sind die Ergebnisse sehr vielversprechend.

Ein weiterer Vorteil des „Barricaid“ genannten Verfahrens ist, dass bei einer Operation die verletzte Bandscheibe bestmöglich erhalten werden kann und dadurch der weitere Verlauf, was Beweglichkeit und Schmerzen angeht, herkömmlichen Operationsmethoden deutlich überlegen ist. Das Implantat hält zuverlässig dem extremen Drücken in der Bandscheibe stand, so dass Patienten ihren Rücken schneller und gefahrloser wieder belasten können.

Barricaid ist nicht für alle Patienten geeignet. Voraussetzung ist eine noch verbleibende Bandscheibenhöhe von mindestens 5 mm und ein großes klar identifizierbares Loch im Faserring. Dies trifft auf ca. 20-25% aller Bandscheibenpatienten zu. Jedoch sind es genau diese Hochrisikopatienten, welche das größte Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalls haben. Mehrere Studien beziffern dieses Risiko auf 20-27%. Diesen Patienten kann mittels dieses Verfahrens in den allermeisten Fällen eine Folgeoperation erspart werden. Das Implantat hat ein nur anderthalb Quadratzentimeter großes Segel, welches aus einem speziellen Kunststoff gefertigt ist. Ein Anker aus Titan sorgt für den sicheren Halt.

Das Wirbelsäulenzentrum Bielefeld setzt dieses Verfahren als eines von wenigen hochspezialisierten Zentren seit mehreren Jahren erfolgreich ein. „Wenn man die Indikation zur Operation streng stellt, kann man mit dieser Methode Patienten mit einem besonders hohen Risiko wirklich sehr helfen. Unsere Erfahrungen aus der Praxis belegen die sehr guten Studienergebnisse“, stellt der Leiter des Zentrums Christoph Schede zufrieden fest. „Somit sind wir in der Lage, von der konservativen bis zur hochspeziellen operativen Therapie jedem Patienten die für ihn passende Option anzubieten“, so Schede weiter.

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