Senkt Kaffeekonsum das Darmkrebs-Risiko?

von Prof. Dr. hc TashPMI Dr. med. habil. Mathias Löhnert (Kommentare: 0)

Senkt Kaffeekonsum das Darmkrebs-Risiko?

Jährlich werden allein in Deutschland 62.430 Fälle von Darmkrebs diagnostiziert, jedes Jahr sterben hierzulande rund 26.000 Menschen an dieser Krankheit. Bereits vier Tassen Kaffee am Tag sollen dazu beitragen, das Darmkrebs-Risiko zu senken und auch das Rückfallrisiko bei Darmkrebspatienten zu verringern. Doch galt zu viel Koffein und somit auch Kaffee nicht als ungesund? Genau dies scheint eine von dem US-Fachblatt „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlichte Studie zu widerlegen.

Der Studie zufolge sei das Risiko, an der Krebsart zu erkranken, um 42 Prozent geringer als bei den Patienten, die keinen Kaffee trinken. Auch sei das Risiko, an Krebs oder anderen Ursachen zu sterben, um rund 33 Prozent verringert. Nun soll also auch Kaffee ein wirksames Konsumgut sein, das uns vor Darmkrebs schützen solle.

„Natürlich erhalten solche Studien immer eine enorme mediale Aufmerksamkeit, aber bevor Betroffene nun anfangen, literweise Kaffee zu trinken, sollten weitere Studien abgewartet werden. Denn wir sollten nicht vergessen, dass Herzkreislauferkrankungen nach wie vor Spitzenreiter bei den Erkrankungen mit tödlichem Verlauf sind. Und massiver Kaffeekonsum steigert nun mal den Bluthochdruck “, stellt Prof. Dr. Dr. Mathias Löhnert, der Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie und Koloproktologie am Klinikum Bielefeld Rosenhöhe, zu diesem Thema fest. „Krebserkrankungen haben immer multifaktorielle Ursachen und genauso sind auch die Medikamente zu betrachten, die man zu einer Krebsbehandlung einsetzt. Also erst die weitere Forschung abwarten und mit dem behandelnden Arzt sprechen!“, so Löhnert weiter.

Das Kolorektale Karzinom (Dickdarm-/Mastdarmkrebs) entwickelt sich aus der Darmschleimhaut, aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Eine Entartung vom Darmpolyp (Adenom) zum Krebs (Karzinom) kann bis zu 10 Jahre dauern. Eine frühzeitige Erkennung könnte vielen Betroffenen das Leben retten, da diese Erkrankung gut erforscht ist und in einem frühen Stadium oftmals gut behandelt werden kann. Symptome wie Blut im Stuhl, eine wechselnde Verdauung, wiederkehrende krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit können Alarmzeichen für Darmkrebs sein. Der bösartige Tumor kommt oft schleichend und unbemerkt. Das macht den Darmkrebs so gefährlich. Daher sollte bei einem möglichen Verdacht schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um schlimmere Krankheiten auszuschließen oder sich frühzeitig behandeln zu lassen. Dann ist die Chance, wieder gesund zu werden, am größten.

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