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Unterleibschmerzen - Eine reine Frauensache?

von visite (Kommentare: 0)

Viele Frauen leiden vor oder während ihrer Regelblutung an Unterleibschmerzen (Dysmenorrhö). Das krampfartige Ziehen im unteren Drittel der Bauchregion ist bei jeder Frau unterschiedlich stark ausgeprägt. Doch nicht immer ist die Menstruation Ursache für die Schmerzen, in einigen Fällen kann auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken.

Unterleibschmerzen entstehen in den Organen im unteren Beckenraum. Hier befinden sich die inneren Geschlechtsorgane, die Harnblase samt Harnröhre und Harnleiter, der Blinddarm und die unteren Darmteile sowie Gefäße, Nerven und Lymphknoten. Beinahe jede Frau leidet während ihrer Periode an leichten bis starken krampfartigen Schmerzen im Unterleib, die bis in den Rücken strahlen können. Einige Frauen spüren sogar den Eisprung als ein Ziehen auf einer Seite des Unterleibs oder in der Schamregion. Besonders starke Regelschmerzen können Anzeichen einer Endometriose sein. Bei dieser Erkrankung liegt die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (lesen Sie mehr auf Seite 12).

Ursache
Die monatlichen Regelschmerzen sind individuell und verändern sich oft je nach Situation und Lebensphase. In manchen Fällen leiden Frauen neben Schmerzen im Unterleib an Kopfschmerzen (Menstruationsmigräne), Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Der primäre Regelschmerz wird nicht durch eine körperliche Erkrankung verursacht, sondern durch Prostaglandine, die eine schmerzhafte Verkrampfung der Gebärmuttermuskulatur auslösen, die für die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut und den damit einhergehenden Blutverlust sorgt. Prostaglandine sind Schmerzbotenstoffe, die am Zyklusende vermehrt gebildet werden. Die dadurch entstehende Minderdurchblutung der Arterien in der Gebärmutterschleimhaut löst den Schmerzreiz aus.

Primäre und sekundäre Unterleibschmerzen
Treten die krampfartigen Schmerzen unmittelbar vor oder während der Monatsblutung auf, spricht man von einer primären Dysmenorrhö (Unterleibschmerz), die ihre Ursache in der menstruationsbedingten Verkrampfung der Gebärmutter hat. Bei einer sekundären Dysmenorrhö ist der Schmerz auf eine  Erkrankung im Unterleib zurückzuführen.  
Was kann man tun?
Bei einer sekundären Dysmenorrhö muss die Behandlung mit einem Arzt/einer Ärztin besprochen werden. Bei regelbedingten Unterleibschmerzen können folgende Methoden Linderung schaffen:

Wärme: Eine Wärmflasche, ein Körnerkissen oder ein warmes Bad sorgen für eine bessere Durchblutung und Entkrampfung.
Bewegung: Auch wenn einem bei Regelschmerzen nicht nach Bewegung oder gar Sport zumute ist, kann durch die dadurch bedingte Endorphin-ausschüttung dem Schmerz entgegengewirkt werden.
Entspannung: Durch Yoga oder Entspannungsübungen kann man für eine Entkrampfung der Gebärmutter sorgen.
Letzte Möglichkeit Schmerzmittel: Zu Schmerzmitteln sollte nur gegriffen werden, wenn der Schmerz durch andere Methoden nicht in den Griff zu bekommen ist. Vor der Einnahme sollte ein Arzt konsultiert werden.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz
Neben den Menstruationsbeschwerden kann auch eine Endometriose, eine Eileiterentzündung oder eine Eierstockzyste die Ursache für das Leiden sein. Andere Gründe für einen andauernden Schmerz im Unterleibbereich sind Verdauungsstörungen, Harnwegsinfekte oder chronische Entzündungen sowie Erkrankungen der Geschlechtsorgane. In diesen Fällen können nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen sein. Diese können zudem bei Prostata- und Hodenerkrankungen ebenfalls über Schmerzen oder ein Stechen im Unterbauch klagen.

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