Die Digitale Speiseerfassung - Per Klick zum Wunschmenü

von visite (Kommentare: 0)

Wird ein/e Patient*in stationär aufgenommen, soll neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung auch die richtige Verpflegung etwas zur Genesung der Patient*innen beitragen. Das Klinikum Bielefeld hat an seinen drei Standorten jährlich rund 53.000 stationäre Patient*innen zu verpflegen – das sind 159.000 Mahlzeiten am Tag, die in der Küche am Klinikum Bielefeld Mitte zubereitet und individuell zusammengestellt werden.

Um jedem/jeder Patient*in die Möglichkeit einer individuellen Speisenzusammenstellung jeder Mahlzeit zu bieten, gibt es am Klinikum 20 Versorgungsassistentinnen, die Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr die Patient*innen nach ihren Essens­wünschen befragen. Auch dieser Prozess wurde mit der Zeit digitalisiert: Die Auswahl erfolgt mit Hilfe eines Tablets, welches mit dem Speise­erfassungssystem MEDLINQ bespielt wurde. MEDLINQ ist über eine Schnittstelle mit dem Krankenhausinformations­system IMed1 verbunden, welches Patientendaten wie Namen, Zimmernummer und die festgelegte Kostform erfasst. Auch die Nährwerte einer Menükomponente sind in MEDLINQ hinterlegt. Nach dem Erfassen der Bestellung werden die Daten mit einem PC in der Küche synchronisiert und es entsteht eine individuelle Speise­karte für jede/n Patient*in. Vor der Abfrage bei dem/der Patient*in erfolgt eine Abstimmung der Verpflegungsassistentinnen mit dem Team der Pflege auf der Station, ob sich bei der Visite Änderungen an der Diät der Patient*innen ergeben haben und die Patient*innen eine besondere Kostform erhalten müssen, welche von der Ärztin oder dem Arzt bei der morgendlichen Visite neu angeordnet wurde. So soll die optimale Verpflegung der Patient*innen während ihres Aufenthalts am Klinikum gewährleistet werden.

Bei der Abfrage der gewünschten Speisen stehen den Patient*innen diverse Komponenten für das Frühstück, das Mittagsessen und das Abendessen zur Auswahl. Durch die Möglichkeit, statt eines festen Menüs einzelne Komponenten zu wählen, haben die Patient*innen täglich die Möglichkeit, andere Speisen zu bekommen. Für die Patient*innen, die nicht angetroffen wurden, wird ein Zettel hinterlassen, und die entsprechenden Komponenten werden über die Pflege nachgemeldet. Wer als neue/r Patient*in aufgenommen wird, bekommt als erste Mahlzeit ein Standardmenü, was grundsätzlich aus leichter Kost besteht und kein Schweinefleisch beinhaltet.

Der Vorteil dieser Form von Speiseerfassung liegt ganz klar in der größeren Auswahl für die Patient*innen, aber auch in der Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter*innen der Küche. Zudem liefert das Programm auch eine Auswertung für die Produktion, so kann bestimmt werden, wie viel von welchem Produkt zu welchem Zeitpunkt benötigt wird.

Die digitale Speiseerfassung gibt es seit 1999 am Klinikum. Damals wurde die Bestellung mit einem bereits mobilen Pocket PC aufgenommen, welcher der Vorgänger des heutigen Tablets war. Ein Blick in die Zukunft lässt die eigenständige Bestellung über Terminals oder Touch Screens am Bett erahnen.

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