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Stressabbau durch Entspannung

von visite (Kommentare: 0)

Stress ist eine natürliche und lebensnotwendige Reaktion des menschlichen Körpers. Wenn man sich in einer Gefahrensituation befindet, werden Stresshormone wie Adrenalin, Dopamin und Cortisol ausgeschüttet. Diese Hormone setzen Energiereserven frei, die unseren Vorfahren das Überleben sicherten, beispielsweise auf der Flucht vor einem Raubtier oder in einem Kampf. Heutzutage sorgen etliche Ursachen wie der Leistungsdruck, die ständige Erreichbarkeit durch die Digitalisierung, Zukunftsängste, Umweltbelastungen, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel für Stress.

Dies wird zum Problem, wenn die freigesetzten Energiereserven nicht in Form von Bewegung abgebaut werden und eine Person permanent unter Stress steht. Folgen von aufgestautem Stress können unter anderem Schlafstörungen, Bluthochdruck und Verspannungen sein. Außerdem steigt das Risiko für organische und psychische Erkrankungen. Daher ist es wichtig, den Stress abzubauen und sich regelmäßig zu entspannen. Einige dafür geeignete Methoden werden folgend vorgestellt.

Methoden zur Entspannung

Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen:

Der amerikanische Physiologe Edmund Jacobsen (1885 - 1976) hat diese Methode mit dem Ziel entwickelt, anhaltenden Stress zu lösen. Bestimmte Muskelgruppen werden nacheinander gezielt kräftig angespannt und nach wenigen Sekunden wieder langsam entspannt. Dadurch entsteht eine tiefgehende Relaxation (Entspannung). In der Phase der Anspannung werden die Muskeln kurzzeitig stark durchblutet. Bei der darauffolgenden Entspannung empfindet man deshalb eine angenehme Wärme in den entsprechenden Körperpartien. Die Methode fördert die Körperwahrnehmung und hilft bei Stress, Verspannungen, Schlafstörungen, Nervosität, Angstzuständen und Schmerzkrankheiten. Ein Vorteil ist außerdem, dass die Progressive Muskelentspannung leicht zu erlernen ist.

Autogenes Training:

Bei dieser Methode sollen die Prozesse des vegetativen Nervensystems willentlich beeinflusst werden. Dieses arbeitet im Normalfall eigenständig und unbewusst. Dazu gehören die Atmung, der Herzschlag, Verdauungstätigkeiten und der Blutdruck. Mit Gedanken lassen sich Nervenimpulse initiieren, die wiederum körperliche Vorgänge beeinflussen können. Das Wissen über diesen Zusammenhang wird bei dem Autogenen Training genutzt.
Mithilfe diverser
Techniken erreicht man einen hypnotischen Bewusstseinszustand. Es gibt beispielsweise Übungen, bei denen man sich wiederholt vorstellt, dass bestimmte Körperteile schwer werden und sich dadurch entspannen oder, dass bestimmte Körperteile warm werden und dadurch stärker durchblutet werden. Das Autogene Training soll den Körper und Geist beruhigen und die Konzentrationsfähigkeit steigern. Neben dem allgemeinen Stressabbau kann es bei psychischen Störungen helfen. Allerdings braucht es einige Zeit und Übung, um diese Entspannungsmethode zu erlernen.

Atemtherapie:

Der Atemprozess wird in der Regel vom vegetativen Nervensystem gesteuert und läuft unbewusst ab. Bei Stress atmen Menschen häufig flach und können dadurch nicht genug Sauerstoff aufnehmen. Teil der Atemtherapie ist bewusstes, langsames Ein- und Ausatmen, welches eine Verbindung zwischen Psyche und Atem schaffen soll. Die Fokussierung auf die Atmung hat zur Folge, dass sich der Körper entspannt und ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Sie steigert außerdem die Vitalität, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Die Atemtherapie wird bei Stress, Atemwegserkrankungen, Depressionen und nach Operationen im Brustbereich empfohlen bzw. eingesetzt.

Yoga:

Wörtlich übersetzt bedeutet Yoga „Einheit“ und hat zum Ziel, den Körper, den Geist und die Seele in Einklang zu bringen sowie einen Zustand tiefer Ruhe hervorzurufen. Verspannungen und Stress können sich dabei lösen. Die bekannteste Form des Yogas ist das „Hatha-Yoga“. Dabei werden dehnende, teils kräftigende Körperübungen mit Atem- und Entspannungsübungen kombiniert.

Qi Gong:

Die chinesische Bewegungskunst Qi Gong hat die ganzheitliche Förderung der Gesundheit zum Ziel. In China wird sie vor allem von älteren Menschen praktiziert. Mithilfe der langsamen und fließenden Übungen findet man innere Ruhe. Der Fluss der Lebensenergien (Qi) wird durch eine Kombination aus verschiedenen Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen verbessert. Qi Gong eignet sich für jedes Alter und erfordert keine sportliche Begabung oder Beweglichkeit.

Tai Chi Chuan:

Die Kampfkunst aus China wird auch als Tajiquan, Tai Chi oder Schattenboxen bezeichnet. Sie ist dynamischer und schneller als Qi Gong und wird in China meist von jungen Menschen praktiziert. Der Körper und die Seele sollen bei den Übungen ins Gleichgewicht kommen und sich entspannen. Die Bewegungsabläufe zielen darauf ab, die Gelenke und Muskulatur in eine optimale Stellung zu bringen, sodass eine gute Körperstatik entsteht. Für einen Laien sind die Unterschiede zum Qi Gong dabei kaum erkennbar.

Für alle vorgestellten Methoden gilt:

Man sollte sie in einem professionell geleiteten Kurs lernen und vorerst angeleitet praktizieren. Danach können die Übungen auch alleine zu Hause ausgeübt werden. Als Teil der Gesundheitsförderung werden die Kosten teilweise von Krankenkassen getragen.

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