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Weltpankreaskrebstag am 21.11.2019

von Prof. Dr. med. Marcel Binneboesel und Prof. Dr. med. Jan Heidemann (Kommentare: 0)

Die Anzahl der neu diagnostizierten bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (sog. Pankreaskrebs) nimmt stetig zu und gehört bereits zu den drei häufigsten Krebstodesursachen in Deutschland.

Die Erkrankung lässt sich schwer diagnostizieren und wird daher in den meisten Fällen erst spät entdeckt. Sind bereits andere Organe befallen, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich und die Lebenserwartung wird deutlich verschlechtert. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung selbst, aber auch Vorstufen des Bauchspeicheldrüsenkrebs früh zu erkennen, abzuklären und zu behandeln. Eine besonders wichtige Bedeutung kommt der chirurgischen Entfernung des Krebsgeschwüres im Gesunden zu. Operationen an der Bauchspeicheldrüse gehören zu den komplexesten Eingriffen in der Viszeralchirurgie und erfordern ein erfahrenes und multidisziplinäres Behandlungsteam. Neben Chi-rurgen, Gastroenterologen und Onkologen gehören u.a. auch Anästhesisten, Intensivmediziner und Radiologen wie auch ein speziell geschultes Team aus Physiotherapeuten, Ernährungs- und Diabetesberatern mit zum Behandlungsteam. Die Entscheidung wann und wie eine Operation vorgenommen und in welcher Situation vor oder nach der Operation die Behandlung mit einer modernen Chemotherapie oder einer Bestrahlung kombiniert wird, wird in jedem Patientenfall individuell und den aktuellsten Forschungsergebnissen folgend entschieden.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, hängt von bestimmten Risikofaktoren ab: Als gesicherter Risikofaktor gilt der Konsum von Tabakwaren. Starkes Übergewicht und eine Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) wirken sich ebenfalls nachteilig aus. Die Bedeutung des Lebensstils und von Umweltfaktoren ist noch nicht eindeutig geklärt. Dennoch erkranken auch vollkommen gesund lebende Menschen, auf die die Risikofaktoren nicht zutreffen, am Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen an der Bauchspeicheldrüse generell und insbesondere der Diagnose Pankreaskrebs ist grundsätzlich entscheidend, dass das Erkennen, sowie die Behandlung und Nachkontrolle in einem hochspezialisierten Team, fächerübergreifend (interdisziplinär) erfolgt, um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erhalten. Diese Maxime haben sich die beteiligten Ärztinnen und Ärzte des Klinikum Bielefeld gesetzt und ein Pankreaszentrum gegründet, um sich besonders stark im Kampf gegen eine der schlimmsten und aggressivsten Krebsarten zu machen.

Am 21.11.2019 fand der 6. Weltpankreaskrebstag (World Pancreatic Cancer Day) statt, zu dem das Klinikum Bielefeld gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. ab 18 Uhr in den Seminarraum 2 einlud. Die Chefärzte Prof. Dr. med. Marcel Binnebösel (Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie), Priv.-Doz. Dr. med. Martin Görner (Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin) sowie Prof. Dr. med. Jan Heidemann (Klinik für Gastroenterologie) hatten sich zum Ziel gesetzt, Laien und Experten an diesem Tag für die Erkrankung zu sensibilisieren, über das Erkennen des Bauchspeicheldrüsenkrebs aufzuklären und über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Auch hat Friedhelm Möhlenbrock, 1. stellvertreten-der Vorsitzender des Arbeitskreises der Pankrea-tektomierten (AdP e.V.), einen Vortrag mit dem Thema „Aus Patientensicht: Was ist bei der Enzymsubstitution und beim Umgang mit Diabetes Typ 3c zu berücksichtigen?“ gehalten. Der AdP e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der durch die Deutsche Krebshilfe gefördert wird und in Kooperation mit dem Klinikum Bielefeld steht. Auf den nachfolgenden Seiten erklärt Friedhelm Möhlenbrock im Interview, wie eine Selbsthilfegruppe Betroffene unterstützen kann.

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