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Winter ist Erkältungszeit

von Dr. med. Bertram Ruprecht (Kommentare: 0)

Das Jahr neigt sich dem Ende. Es wird wieder dunkler und kälter, vermehrt regnet und stürmt es. In dieser Jahreszeit fangen wir uns schnell eine Erkältung ein. Der Hals schmerzt, man fühlt sich schlapp, hustet und die Nase läuft. Aber was genau ist eigentlich eine Erkältung? Und wo liegt der Unterschied zu einer Grippe?

Was ist eine Erkältung?

Bei einer Erkältung (auch: grippaler Infekt) sind die oberen Atemwege entzündet. Es sind weit mehr als 30 verschiedene Erreger (z.B. Rhino- und Coronaviren) bekannt, die eine Erkältung auslösen können, fast alle sind Viren. In Form einer Tröpfcheninfektion werden die Krankheitserreger über feinste Speichel- oder Schleimtröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen übertragen. Die Erkältung beginnt meist mit Schnupfen und Halsschmerzen, die in Form von Schluckbeschwerden, Heiserkeit und einer Rötung des Halses auftreten können. Dazu kommen anfangs häufig leichte Kopf- und Gliederschmerzen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen sollten. Nach ca. einer Woche setzt häufig ein trockener Reizhusten ein. Der Krankheitsverlauf einer Erkältung ist individuell, aber häufig stimmt die alte Faustregel: drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. Der Krankheitsverlauf verkürzt sich durch die Einnahme von Medikamenten nicht. Wenn sich die Krankheitserreger ausbreiten, kann es zusätzlich zu der Erkältung zu einer Entzündung im Bereich von Nasennebenhöhlen und Mittelohr und seltener auch der Lunge kommen.

Was ist eine Grippe?

Trotz der Namensähnlichkeit handelt es sich bei einer Grippe (Influenza) und einem grippalen Infekt (Erkältung) nicht um das gleiche Krankheitsbild. Eine Grippe verläuft viel schwerwiegender: tatsächlich kann es infolge einer schweren Grippewelle bundesweit zu bis zu 20.000 Todesfällen kommen. Die Grippe wird durch Viren verursacht und ist häufig durch einen sehr plötzlichen Beginn der Erkrankung gekennzeichnet. Typische Symptome sind akute Gliederschmerzen, Hustenreiz, Fieber, Kopfschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl. Eine Grippe dauert häufig drei Wochen oder länger. Eine ursächliche Behandlung der Grippe ist nur selten sinnvoll möglich. Es gibt zwar antivirale Medikamente, die der Vermehrung der Viren im Körper entgegenwirken, die jedoch die im Körper Vorhandenen aber nicht abtöten können. Deshalb sind diese Medikamente nur in einer sehr frühen Phase der Erkrankung sinnvoll. Antibiotika helfen nicht gegen die Influenzaviren. Sie sollten nur zum Einsatz kommen, wenn sich auf die Grippe ein bakterieller Infekt, insbesondere der Atemwege und Lunge, aufpfropft.
Die Influenzaviren werden auf demselben Weg übertragen wie die Erkältungsviren, sind dabei allerdings meist deutlich ansteckender. Die Grippesaison geht in etwa von Oktober bis Mai. Nicht alle Personen, die sich in dieser Zeit mit Grippe infizieren, werden krank. Als Überträger der Viren fungieren sie trotzdem und können so andere krank machen. Insbesondere Menschen mit einem schwachen Immunsystem haben eine hohe Ansteckungsgefahr. Im Gegensatz zur Erkältung kann man sich gegen die Influenza impfen lassen, optimalerweise im Zeitraum von Oktober bis November. Diese Option sollten vor allem Menschen über 60, mit chronischen Krankheiten oder schwachem Immunsystem sowie  Berufstätige mit häufigem Krankenkontakt, mit starkem Publikumsverkehr oder Kontakt zu Nahrungsmitteln in Betracht ziehen. Schwere Nebenwirkungen treten bei der
Impfung selten auf. Da der Impfschutz erst nach zwei Wochen vollständig aufgebaut ist, kann man sich mit Pech in der Zwischenzeit noch infizieren.

Was ist ein Schnupfen?

Bei einem Schnupfen (auch: akute Rhinitis oder Nasenkatarrh) ist die Nasenschleimhaut entzündet. Durch die Infektion schwillt sie an und sondert wässriges bis zähflüssiges, selten auch eitriges Sekret ab. Häufig tritt ein Schnupfen als Symptom einer Erkältung oder Grippe auf. Wie bei einer Erkältung auch, gibt es eine Vielzahl an verursachenden Viren. Deshalb gibt es bislang keinen wirksamen Impfstoff. Wenn ein Schnupfen über einen längeren Zeitraum oder immer zu einer bestimmten Jahreszeit auftritt, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Allergie die Ursache sein kann. Der allergische Schnupfen entsteht durch eine Reaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen. Ein Schnupfen kann außerdem chronisch werden, z.B. durch altersbedingte Veränderungen der Nasenschleimhaut, Alkohol, Medikamente oder psychische Belastungen.

Wie bleibe ich gesund?

Um eine Ansteckung mit Viren zu vermeiden, sollte man zu Erkrankten Abstand halten. Außerdem ist es empfehlenswert, sich regelmäßig die Hände zu waschen, auf denen sich, durch Berührung verschiedener Oberflächen, häufig Viren befinden – auf einem Haltegriff in Bus und Bahn oder auf einer Türklinke können Erkältungsviren bis zu drei Stunden überleben. Menschen reiben sich regelmäßig unbewusst die Augen oder fassen sich an Mund und Nase: über die Schleimhäute gelangen die Viren so in den Körper. In geschlossenen Räumen sollte man auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit achten. Dazu kann man einfach lüften und/oder eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen und das Wasser darin regelmäßig austauschen. Empfohlen wird eine Luftfeuchtigkeit von 35-55%. Außerdem kann eine  starke Immunabwehr einer Erkrankung vorbeugen. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten stärkt das Immunsystem, ebenso wie eine ausreichende Wasser- bzw. Flüssigkeitszufuhr. Wichtig ist es, auch im Winter an die frische Luft zu gehen, um durch das Tageslicht Vitamin D aufzunehmen. Des Weiteren können Wechselduschen,
viel Schlaf und Bewegung das Immunsystem unterstützen. Negativ wirken sich Alkohol- und Tabakkonsum und großer Stress aus.

Was hilft bei einer Erkältung wirklich?

  • Ruhe, Entspannung und viel Schlaf
  • altbewährte Hausmittel wie Wadenwickel, Kräutertee, Honig und Zwiebelsaft
  • bei fieberhaftem Infekt oder einer Grippe keinen Sport oder andere stärkere körperliche Belastungen
  • viel Trinken
  • vitaminreiche Nahrung
  • ein Erkältungsbad
  • Inhalieren, z.B. mit Sole-Lösung
  • Frische Luft durch regelmäßiges Lüften und Spaziergänge
  • nicht zu heftig die Nase schnäuzen, am besten nur abwischen (sonst können die Viren in die Nasennebenhöhlen gelangen)
  • Füße und Hals warm halten
  • bei schwerem Krankheitsverlauf, starkem Krankheitsgefühl oder als chronisch kranke, schwangere, ältere (über 60 Jahre) bzw. sehr junge (Säugling bzw. Kleinkind) Person sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen
  • beim Husten oder Niesen sollten Mund und Nase bedeckt und der enge Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden, um eine Übertragung der Krankheitsviren möglichst unwahrscheinlich zu machen und somit die Mitmenschen zu schützen
  • Einnahme von Medikamenten nur in Absprache mit der Hausärztin oder dem Hausarzt

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