Visite: Können Sie uns sagen, welche Faktoren beim Entstehen eines Sonnenbrandes zu beachten sind?

Prof. Dr. med. Effendy: Der - hierzulande immer noch vermeintliche - bräunungsbedingte Gewinn an Attraktivität verleitet viele Menschen dazu, das Sonnenbaden oder die Nutzung von Sonnenbänken bis in den hautgefährdenden Bereich auszudehnen. Aber auch viele Menschen gefährden sich unbewusst, indem sie sich durch private oder berufliche Tätigkeiten in den Ferien einer zu hohen Strahlendosis aussetzen. Nicht nur eine vorzeitige Hautalterung - mit der Bildung von Falten und Sonnenflecken - gehören zu den Folgen, sondern auch ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs oder anderen lichtbedingten Hautkrankheiten zu erkranken. Aus dermatologischer Sicht sind deshalb ein vernünftiger Umgang mit Sonnenlicht sowie effiziente Lichtschutzmaßnahmen nur sinnvoll.

Muttermale und Leberflecken regelmäßig beobachten © Fly_dragonfly - Fotolia.com

In Zweidrittel der Fälle entsteht ein Melanom aus einem seit Jahren bestehenden Pigmentmal („Muttermal, Leberfleck“). Im Durchschnitt hat ein Mensch etwa 30 Pigmentmale auf seiner gesamten Haut. Menschen mit über 50 Pigmentmalen haben ein um den Faktor 4,8 höheres Risiko im Laufe ihres Lebens ein malignes Melanom zu bekommen als Menschen mit weniger als 10 Pigmentmalen auf ihrer Haut.

Rothaarige erkranken statistisch gesehen fast fünf Mal häufiger an einem malignen Melanom als Schwarzhaarige © Subbotina Anna - Fotolia.com

Neue Therapiemöglichkeiten bieten höhere Heilungschancen.
Es ist der am häufigsten tödlich endende Hauttumor: Das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt – ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen (Melanozyten). Der Hauttumor neigt dazu, Tochtergeschwülste (Metastasen) über Lymph- und Blutbahnen zu streuen. Melanome kommen aber nicht nur an der Haut, sondern auch an der Schleimhaut (Bindehautmelanom, Aderhautmelanom) sowie an den inneren Organen vor.